Die Entwicklung der marinen
Invertebratenfauna im Phanerozoikum
Die marinen wirbellosen Tiere haben
im Verlaufe des Phanerozoikums eine
interessante Evolution mit mehrfachen stark radiativen, z.T. geradezu explosiven
Phasen und wiederholten Massenaussterbe-Phasen
durchgemacht. Noch im Neoproterozoikum
hatten nur wenige Familien, zumeist ohne Hartteile, existiert. Im Zuge der kambrischen
Explosion stieg die Anzahl der Familien dann schnell auf 150, meist aber
recht urtümliche und heute nicht mehr existierende Gruppen ("kambrische
Fauna").
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Entwicklung der
Diversität der marinen Invertebratenfauna im Phanerozoikum. |
Die drei großen "evolutionären" Faunen des Phanerozoikums unterscheiden sich grundsäztlich hinsichtlich der Lebensweisen ihrer Hauptvertreter (unterschiedliche "Gilden" der Lebensgemeinschaften und Nahrungsketten):
Die "kambrische
Fauna" bestand v.a. aus Trilobiten, Würmern und inarticulaten
Brachiopoden. Meist waren das Sedimentfresser, oft sehr flache Tiere, grabende
Tiere waren nur sehr oberflächlich tätig. Die Diversität war
generell gering, Räuber spielten noch keine allzu große Rolle.
Die "paläozoische Fauna" dominerte, nach erster Entstehung schon im Kambrium, seit dem Ordovizium während des gesamten restlichen Paläozoikums. Es waren v.a. articulate Brachiopoden, Crinoiden, Ostracoden, Cephalopoden und Korallen. Die Lebensgemeinschaften waren dominiert von sessilen Suspensionsfressern des Epibenthos. Räuber wurden wichtiger, waren aber eher langsam beweglich ("Wegelagerer"-Typus). Die trophischen Strukturen wurden deutlich komplexer, die Filterer reichten höher in das Wasser hinauf.
Die Vertreter der "modernen Fauna" waren die Gewinner der Perm/Trias-Krise. Auch sie waren mit ihren ersten Vertretern bereits im Kambrium entstanden, jedoch während des gesamten Paläozoikums nur von untergeordneter Bedetung. Es sind v.a. Muscheln und Schnecken, Knochenfische, Krebse und Seeigel. Dominiert waren und sind sie von schwimmenden Räubern und grabenden Suspensions- und Sedimentfressern (Mollusken, Seeigel, Krebse) sowie vielseitigen Opportunisten wie Crustaceen und Gastropoden. Die ökologische Komplexität stieg enorm an, bis zu ihrem heutigen Level.
FAZIT: Neue Faunentypen addieren immer mehr ökologische Komponenten zu den Meeresboden-Assoziationen (mehr "Gilden").