Die alpidische Orogenese (Kreide bis Quartär)

Die alpidische Gebirgsbildung ist die letzte (und noch heute andauernde) der drei großen Orogenesen im Phanerozoikum Europas. Sie führte zu einer bedeutenden Veränderung der Paläogeographie im europäisch-asiatischen Raum und bestimmt noch heute des Bild dieser Region und sowie noch andauernde tektonische Vorgänge wie Erdbeben und vulkanische Aktivitäten.

Die Entwicklung des alpidischen Orogens von der Obertrias bis in das Paläogen nach traditioneller Vorstellung.
Umgezeichnet nach Schmidt & Walter (1990).

Die Vorgeschichte begann in der Obertrias mit erstem Rifting auf Pangäa und anschließender Bildung des penninischen Ozeans während des Jura. Die eigentlichen gebirgsbildenden Vorgänge begannen in der Unterkreide und hielten in einigen Regionen bis in das Quartär an. In der Oberkreide wurden die Aktivitäten enorm verstärkt.
Die alpidische Orogenese erlebte ihre Höhepunkte mit der illyrischen Phase im Obereozän und der pyrenäischen Phase an der Wende Eozän / Oligozän. Die Vergenzen sind hauptsächlich nach Norden gerichtet, die Subduktion nach Süden. Im Miozän wurden die Alpen weiter eingeengt, Bruchtektonik bekam eine höhere Bedeutung. Erst im Zuge dieser Vorgänge kam es Heraushebung als Hochgebirge.
Im außeralpinen Mitteleuropa waren vor allem bruchtektonische Vorgänge und vulkanische Aktivitäten mit der alpidischen Orogenese verbunden.
Im Himalaya lag der Bewegungshöhepunkt an der Wende Oligozän/Miozän.
Der Hintergrund für die orogenetischen Vorgänge ist die seit der Kreide wirkende Subduktion am Sündrand der eurasiatischen Platte und deren Kollision mit den von Süden heranrückenden Teilstücken des Gondwana-Blockes (Afrika, Arabien, Indien).