Eiszeiten in der Erdgeschichte
Im Verlaufe der Erdgeschichte hat
es wiederholt längere Zeitabschnitte gegeben, in denen die klimatischen
Bedingungen der Erde oder von Teilen der Erde sich derart veränderten,
dass im Winter gefallener Schnee auch im Flachland im Sommer nicht wieder
auftaute. Hierdurch bildeten sich weitverbreitet kontinentale Gletscher, diese
Phasen werden als Eiszeiten bezeichnet. Bei den bedeutendsten dieser
Eiszeiten konnten die Eisschilde mehrere 10er Millionen Quadratkilometer bedecken
und mehrere 1000 Meter dick sein, und das (allerdings mit zyklisch wiederholtem
Abtauen und Wiederaufbau) über Zeiträume von bis zu mehreren 10er
Millionen Jahren.
Neben sehr vielen kürzeren und regional stärker begrenzeten Vereisungen hat es vor allem fünf länger andauernde Vereisungsphasen gegeben, von denen zwei im Proterozoikum und drei im Phanerozoikum stattfanden.
Über die beiden erstgenannten, die frühproterozoische Vereisung und besonders über die jungproterozoische Vereisung ("Schneeball Erde"), ist in den letzten Jahren sehr viel Neues bekannt geworden.
Unter den drei phanerozoischen Eiszeiten ist die oberordovizische Vereisung ("Sahara-Eiszeit") diejenige, deren Verlauf und Ursachen bisher am wenigsten verstanden werden. Am stärksten und längsten (auf das Phanerozoikum bezogen) war die Vereisung Gondwanas in Karbon und Perm ("permokarbone Vereisung"). Uns Menschen am bekanntesten ist natürlich die jungkänozoische Vereisung, in der wir schließlich heute noch leben (bzw. in einer Warmzeit innerhalb der für Eiszeitphasen typischen Klimazyklen).