Die Stammesgeschichte der Fische

Die Fische gehen in ihren ersten Ursprüngen bis in das Kambrium zurück, wo erst primitive Vertreter von "Fischen" (im weiteren Sinne) gefunden worden sind. Diese ersten Funde waren aussschließlich marin, bis in das Ordovizium hinein. Es waren ausschließlich kieferlose Fische (Agnatha). Im Silur gab des dann aber fast nur noch Fische in Brack- und Süßwasserablagerungen. Hier kamen neben den Agnathen auch schon erste kiefertragende Fische (Acanthodier) vor. Das Devon war die wichtigste Zeit in der Entwicklung der Fische, sie eroberten alle aquatischen Bereiche, und verschiedenste, z.T. heute ausgestorbene oder weniger bedeutende Gruppen kiefertragender Fische wurden dominant. Am Ende des Devons starben die meisten Gruppen kieferloser Fische aus, bis heute haben nur noch die Schleimaale und Neunaugen überlebt.

Die Stammes-geschichte der Fische. Umgezeichnet nach Stanley (1999).


Die Stammesgeschichte der Fische verlief im weiteren sukzessive hin zu immer größeren Ähnlichkeiten mit den heutigen Fischfaunen und ihren Hauptgruppen der Chondrichthyes (Knorpelfische, also Haie und Rochen) und vor allem der Osteichthyes (Knochenfische, Strahlenflosser). Typische paläozoische und typische post-paläozoische Fischfaunen unterscheiden sich wesentlich, einen starken Einschnitt gab es im Verlaufe des Massenaussterbens an der Perm/Trias-Grenze. Die fossil bedeutenden Coelacanthen (wichtig als auch Vorfahren der Tetrapoden, also der landlebenden Wirbeltiere) und Lungenfische gingen im Verlaufe von Trias, Jura und Kreide in ihrer Diversität stark zurück. Heute spielen nur noch die Haie und die Strahlenflosser eine größere Rolle, wobei sich besonders die Strahlenflosser in ihrer Rolle als schnelle Jäger als Teil der marinen "modernen" evolutionären Fauna während des Mesozoikums und Känozoikums zu hoher Vielfalt entwickelt haben.