Das Hadaikum (4,6 - 4,0 Ga)

Dieses Äon (nach dem griechischen "Hades") ist definiert als der Zeitraum vom Zeitpunkt der Verschmelzung der Erde bis zu den ältesten (gesicherten) auch heute noch erhaltenen Gesteinen. Informationen über das Alter der Erde stammen nicht von Gesteinen dieser selbst, sondern von Meteoriten und Mondgesteine aus der Frühzeit des Sonnensystems, mit ursprünglicher Elementverteilung und radioaktiven Altern von meist 4,5 bis 4,6 Ga. Ein ähnliches Bildungsalter wird daher für die Erde angenommen. Auch die ursprüngliche chemische Zusammensetzung spiegelt sich in diesen Gesteinen wider, da sie seitdem keine Differenzierung mehr erfahren haben.

Relative neue Funde von Zirkonen mit einem Alter von 4,2 bis 4,46 Ga belegen allerdings, dass es im Hadaikum zumindest keine vollständige Wiederaufschmelzung gab, wenn diese auch sicherlich zum allergrößten Teil überwog. Geringste Reste der damaligen Kruste sind aber offenbar erhalten. Sauerstoffisotope legen zudem eine ozeanische Wasserhülle nahe.
 

Vorgänge im Hadaikum: der Ursprung des lagigen Aufbaus der Erde. A = Die Erde war nach ihrer Akkretion anfangs ein recht homogener Körper. B = Später sank das schwere Eisen nach innen, weniger dichtes Material wanderte nach außen. C = Schließlich war der Planet deutlich differenziert in den festen inneren Eisenkern, den flüssigen äußeren Eisenkern, den Mantel und die Kruste.
Umgezeichnet und vereinfacht nach Press & Siever (1998).

Das Hadaikum war noch eine Zeit ständiger Kollisionen der Erde mit anderen Himmelskörpern (siehe Bild des heutigen Mondes), das verstärkte Meteoritenbombardement erfolgte sogar bis ins Archaikum hinein.
Die hohen Aufprallenergien in dieser Entwicklungsphase bewirkten:
- Erhitzung der frühen Erde
- vollständiges Durchschmelzen
- gravitative Differentiation in Erdkern (Eisen und Nickel), Erdmantel (leichtere Elemente) und erste Kruste (plagioklasreich, ähnlich Mondhochländern)
So bildete sich allmählich der Schalenaufbau der Erde.

In der weiteren Entwicklung heizte radioaktiver Zerfall das Erdinnere weiter auf, so dass weitere Aufschmelzungen auftraten. Basaltische Laven entstanden (ähnlicher Zusammensetzung wie die Mare-Basalte des Mondes). Die Folge war, dass die Kruste immer wieder recycelt wurde (Aufschmelzung und Bombardement), daher gibt es heute aus den ersten 500-600 Ma der Erde keine erhaltenen Gesteine. Aus dieser Phase gibt es auch noch keine Nachweise für Lebewesen, wahrscheinlich ist das Leben aber schon jetzt entstanden.

Die evolutiven Abläufe auf dem Planeten Erde im Gesamtzusammenhang.