Eustatische Meeresspiegelschwankungen
im Phanerozoikum
Bei Schwankungen des Meeresspiegels,
die auf der ganzen Welt zeitparallel und in ähnlichen Dimensionen verlaufen,
spricht man von "eustatischen " Meeresspiegelschwankungen. Ihre Ursachen
können vielfältiger Natur sein, aber die bedeutsamsten hierunter sind
zweifellos kontinentale Vereisungen (der Aufbau großer Eisschilde bindet
sehr viel Wasser, das nicht mehr in die Ozeane zurückfließt und somit
deren Spiegel langfristig sinken läßt)
und verstärkte plattentektonische
Aktivitäten (warme, junge ozeanische Kruste ist noch sehr leicht, weswegen
bei erhöhter Magmenzufuhr an mittelozeanischen Rücken die Zentren
der Ozeane stark angehoben werden, das Wasser verdrängt wird und auf die
Kontinente vordringt).
Es ist offensichtlich, dass diese beiden Hauptphänomene in die gleiche
Richtung zielen und die Einflüsse auf den Meeresspiegel gegenseitig verstärken.
Hinzu kommt eine ganze Reihe
weitererer Einflussfaktoren. Das Steigen des Meeresspiegels nennt man eine
Transgression, das Sinken eine Regression des Meeres.
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Eustatische Meeresspiegel-schwankungen (unten) und relative Temperaturentwicklung (oben) im Phanerozoikum. Hier sind auch die phanerozoischen Eiszeiten ersichtlich. Umgezeichnet nach Oschmann et al. (2000). |
Im Phanerozoikum war die übergeordnete Meeresspiegelkurve (Zyklen 1.Ordnung) recht gut mit den Temperaturentwicklungen und den Klimazyklen 1.Ordnung sowie mit den zyklischen Entwicklungen in der plattentektonischen Aktivität korreliert. Während warmer Greenhouse-Zeiten herrschten, bei hoher Aktivität an den mittelozeanischen Rücken, zumeist hohe Meeresspiegelstände (z.B. spätes Kambrium bis frühes Karbon und später Jura bis frühes Känozoikum), davor, dazwischen und danach war die Situation während der Icehouse-Phasen umgekehrt. Durch verschiedenste Faktoren bedingt, für die es keine einheitliche Erklärung gibt, sind diese Zyklen 1.Ordnung weiter in Schwankungen 2., 3. usw. Ordnung untergliedert, die hier naturgemäß nicht bis ins letzte Detail dargestellt werden können. Die hier die allgemeine Meeresspiegelkurve untergliedernden feineren Zacken entsprechen dem, was man als Meeresspiegelzyklen 2.Ordnung bezeichnet.