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Einteilung der Trias in die drei Serien Unter-, Mittel- und Obertrias (mit absoluten Datierungen) und die weitere Untergliederung in sieben Stufen (nach der International Stratigraphic Chart der IUGS, 2000). |
Plattentektonische Entwicklung:
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Plattentektonische
Situtation der Erde vor ca. 220 Ma (Obertrias), vereinfacht, umgezeichnet
und ergänzt nach R. Blakey (Univ. of Arizona),
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Der Pangäa-Superkontinentzyklus erlebte nach seinem Höhepunkt zu Beginn der Trias bereits Anfang der Zerfallsphase am Ende der Trias. Die generelle Konstellation der Kontinente war ähnlich wie im Perm: Pangäa mit den großen Ozeanen (Paläo-)Tethys und Panthalassa. Die Tethys reichte in niedrigen Breiten nach Westen in den Kontinent hinein, dadurch entstanden hier viele Riffe und Evaporite. Im Verlaufe der Trias begann die Tethys nach Westen vorzudringen. In der Obertrias bildete sich ein kontinentales Riftsystem zwischen Nordamerika und Nordwestafrika, mit mächtigen kontinentalen Sedimentfolgen und intensivem basaltisch / doleritischem Vulkanismus. Hiermit begann der Zerfall Pangäas.
Größere
Terranes (kimmerische Blöcke, z.B. Türkei, Iran, Afghanistan, Tibet
und Malaysia), die sich schon früher (Karbon
und Perm) vom Nordostrand Gondwanas (= Südteil
der Pangäa) abgespaltet hatten, trafen in der Trias und später (Jura)
nach ihrer Norddrift über die (Paläo-)Tethys den Südrand des
heutigen Asiens und führten zu kleineren Gebirgsbildungen (kimmerisches
Orogen, Cathaysia-Orogen). Westlich des heutigen Amerika begannen einige größere
Terranes eine lange Wanderung von der Süd- auf die Nordhalbkugel (Wrangellia,
Stikinia, Sonomia).
Die Trias zeigte anfangs
eine kontinuierliche weltweite Transgression,
am Ende eine weltweite Regression
des Meeres. Bezüglich der langfristigen Klimaentwicklung begann der Übergang
von der jungpaläozoisch-triassischen Icehouse-
zur mesozoischen Greenhouse-Ära.
Nirgends finden sich Vereisungsspuren
aus dieser Zeit. Die Temperaturen stiegen
weltweit kontinuierlich an.
Die Sauerstoff- und CO2-Gehalte der Atmosphäre
stiegen anfangs deutlich an, sanken aber später wieder ab bis zu einem
Minimum an der Trias/Jura-Grenze. Dies korreliert
mit einer anfangs ansteigenden, später wieder absinkenden Rate in der
Produktion ozeanischer Kruste und der damit
verbundenen vulkanischen Entgasung.
Die Klimate waren in der Trias anfangs oft semiarid bis arid (besonders in
den Zentralbereichen von Pangäa mit hohen Verdungstungsraten und geringen
Niederschlägen), wurden jedoch später (z.B. Keuper in Mitteleuropa)
deutlich humider. Es entwickelte sich zu dieser Zeit ein bis in den Oberjura
hinein andauerndes Megamonsun-Windsystem,
welches nach Abtragung des die Windsysteme hemmenden variszischen Gebirges
(siehe Perm) im Nordsommer Feuchtigkeit auch nach
Mitteleuropa Europa brachte.
Europa und Nordamerika:
Im Bereich der "germanischen Trias" (siehe oben) wurden im Buntsandstein
ganz überwiegend nichtmarine klastische Gesteine mit oft rötlichen
Farben abgelagert. Die zyklischen Abfolgen lassen innerhalb des nach Süden
geschlossenen mitteleuropäischen Beckens oft weit verfolgen. Im Zentralbereich
(Norddeutschland-Nordsee) kam es bei wiederholten Transgressionen
aus der Tethys über Polen und Oberschlesien auch zu marinen Ablagerungen,
ganz am Ende auch zu Salinaren (Röt).
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Berliner Studenten
beim Üben der Gesteinsansprache in einer Sandgrube im unteren
Buntsandstein des Thüringer Beckens. Typisch sind bunte Gesteinsfarben
und diverse Schrägschichtungskörper (unterschiedlich starkes
Einfallen der Schichtgrenzen) durch wandernde subaquatische Dünen
und Rippeln in solchen fluviatilen Gesteinsserien. Während der
Ablagerung des Buntsandsteins flossen große Fluss-Systeme
durch das südliche und mittlere germanische Becken nach Norden. |
Im Zuge weltweiter
Transgressionen wurde dann in der
mittleren Trias der mitteleuropäische Raum durch das Muschelkalkmeer
überflutet, nun auch von Süden über die Burgundische Pforte.
In dem flachmarinen Bereich sind Gezeitenablagerungen häufig. Der mittlere
Teil des Muschelkalks ist oft als Salinar ausgebildet.
Der anschließende Keuper zeigt wechselhafte Bedingungen bei feuchter
werdenden Klimaten und wiederholten Meeresvorstößen aus der Tethys,
besonders am Ende (Rhät) und am besten mit dem alpinen Raum durch Pelecypoden
korrelierbar. Die Zulieferung klastischen Materials geschah vor allem aus
dem Norden (Baltica).
Im alpinen Raum (Nordrand
der Tethys) war die Entwicklung völlig anders (ausschließlich vollmarin).
Mächtige Karbonate herrschen vor, darunter große Riffkomplexe mit
Riffkalken und lagunären Gesteinen. Der ehemals etwa 1000 km breite Schelf
wurde nach der Trias im Zuge der alpidischen Orogenese
auf nur noch 150 km eingeengt (heutige kalkige Ostalpen).
In dem Obertrias-Riftsystem zwischen Nordamerika und Nordwestafrika bildeten
sich mehrere tausend Meter mächtige, zyklisch aufgebaute nichtmarine
Folgen (Newark Supergroup) mit einer Vielzahl von Dinosaurierfährten.
Im Westen der USA waren wie schon im Perm und weiter
bis in den Mitteljura hinein weit ausgedehnte Wüstensedimente
(Dünenablagerungen) unter den trockenen Klimaten im Zentrum der Pangäa
verbreitet (Colorado Plateau etc.).
Am Westrand von Pangäa
wurde wie schon im Perm und bis in die Kreide
hinein der Urozean Panthalassa subduziert und brachte eine Vielzahl exotischer
Terranes mit, aus denen der Westrand Nordamerikas heute zusammengestückelt
ist.
Die Pflanzenwelt:
Mit der Trias begann
die Hauptphase der phytischen
Ära des Mesophytikums (Dominanz der
Nacktsamer). Wichtigste Gruppen waren die Koniferen,
Ginkgogewächse und Palmfarne (Cycadeen und Cycadoideen), daneben die
Samenfarne. An feuchten Standorten dominierten weiterhin die Sporenpflanzen,
v.a. Farne und Schachtelhalme. Bei Letzteren kam es zum allmählichen
Verschwinden der paläozoischen Calamiten und zur raschen Dominanz der
modernen Formen (Equiseten).
In der frühen Trias waren weltweit noch Bärlappgewächse verbreitet,
die an etwas trockenere Klimat angepasst waren (z.B. Pleuromeia
im deutschen Buntsandstein).
Die Palmfarne (Cycadeen und Cycadoideen) wurden besonders im Keuper extrem
häufig. Ihre typischen Wedel finden sich massenhaft in sehr vielen Fundstellen.
Neben den Palmfarnen diversifizierten besonders die Koniferen mit ihrer permisch-triadischen
Hauptgruppe, den Voltzien. Ab der Obertrias gab es echte Araucariaceen mit
bereits bis zu 60 m hohen Bäumen (z.B. im Petrified Forest National Park
in Arizona, USA).
Der Übergang zum Unterjura ist mit den Floren kaum zu definieren, man
spricht vielmehr von einer typischen Rhätolias-Flora (z.B. in Franken).
Die Tierwelt:
Nach dem bedeutenden Massenaussterben an der Perm/Trias-Grenze
begann sich mit Beginn der Trias eine gegenüber dem Paläozoikum
deutlich andere, typisch mesozoische marine Invertebratenfauna
zu entwickeln, die in vielen Punkten schon eine recht moderne
Zusammensetzung hatte. Etwas verzögert nach der PT-Grenze
stieg die Diversität stark an, wurde jedoch am Ende der Trias durch ein
weiteres Massenaussterben (ebenfalls eines der "großen fünf")
an der Trias/Jura-Grenze wieder eingeschränkt.
Bei den Korallen fand ein erneuter Aufschwung ab der Mittel-Trias (bis heute)
mit den Scleractinia, den streng zyklisch gebauten Septenkorallen, statt.
Ihre früher angenommene Ableitung von den paläozoischen Rugosa wird
heute aufgrund des unterschiedlichen Skelettmaterials (Calcit bei den Rugosa,
Aragonit bei den Scleractinia) bezweifelt. Möglicherweise sind sie polyphyletisch.
Scleractinia sind viel häufiger als Rugosa koloniebildend.
Nach der PT-Krise kam es wie bei allen Molluskengruppen
bei den Muscheln zur einer raschen Diversitätszunahme. Die ökologische
Rolle der epibenthonischen Zweischaler wurde großenteils von den Brachiopoden
übernommen. Heterodonta entwickelten leistungsfähigere Kiemen (eulamellibranchiat)
und konnten mit deren gesteigerter Pumpleistung im Verein mit der Ausbildung
von stärkeren und längeren Siphonen in tiefere Sedimentschichten
eindringen (Endobenthos). Das erklärt den enormen Aufschwung der Muscheln
seit dem Beginn des Mesozoikum, wobei die lange Anlaufphase im Paläozoikum
unklar ist (Brachiopoden waren keine Endobenthonten!). Im marinen Bereich
sind Muscheln erstmalig auch als Parastratigraphen nutzbar (Daonellen der
Trias, Schizodonta zur Korrelation zwischen "germanischer" und "alpiner"
Trias). In gesteinsbildender Häufigkeit traten bestimmte Formen in allen
ökologischen Milieus auf ("Muschelkalk", Megalodonten in den
Alpen, Süß- und Brackwasserformen im Keuper).
Eine starke Radiation ist auch bei den Gastropoden im marinen Bereich zu verzeichnen.
Zahlreiche Untergruppen nahmen an Formenvielfalt stark zu, die Hinterkiemer
(Opisthobranchia), zu denen die Schwimmschnecken der Ozeane gehören,
tauchten erstmalig auf. Generell bestehen aufgrund der Hartteilmineralogie
(Aragonit) jedoch noch unvollständige Kenntnisse über die frühmesozoischen
Schnecken.
Die Nautiloideen hatten ihre paläozoische Blütezeit hinter sich.
Neben eher seltenen Orthoceraten sind aber eingerollte Nautilida im Muschelkalk
noch häufig.
Im Gegensatz dazu sind die Ammonoideen mit der triadischen Hauptgruppe der
Ceratiten oder Mesoammonoideen in marinen Gesteinen oft sehr häufig und
stellen die Hauptzonenfossilien der Trias. Eine besonders hochauflösende
Stratigraphie ist im Muschelkalk möglich. Typisch ist die ceratitische
Lobenlinie mit runden Sätteln und geschlitzten Loben, im pelagischen
Raum (Tethys) gab es aber auch schon Gattungen mit völlig zerschlitzter
Lobenlinie. Wenige Formen vermitteln stratigraphisch zwischen germanischer
und alpiner Trias. Die Ceratiten starben an der Trias/Jura-Grenze
aus, wenige Phyllo- und Lytoceraten überlebten und wurden zu Stammformen
der Neoammonoideen, den "eigentlichen" Ammoniten in Jura und Kreide.
Unter den Brachiopoden erlebten während der Trias die Rhynchonelliden
und Terebratuliden (letztere oft massenhaft im Muschelkalk vertreten, "Terebratelbänke")
eine starke Radiation. Wenige Spiriferiden waren die Überlebenden der
typisch paläozoischen Faunen.
Die Conodonten als durch das ganze Paläozoikum bis in die Trias stratigraphisch
in Karbonaten gut nutzbare Reste von primitiven Chordatieren, mittlerweile
entscheidend für die Definition der Perm/Trias-Grenze,
sterben am Ende der Trias aus.
Die Wirbeltiere:
Bei den Fischen ist die Trias eine Zeit der Erstnachweise
vieler moderner Gruppen innerhalb der Actinopterygier. Bei den Amphibien treten
die Frösche treten erstmalig auf, generell gingen die Amphibien in Größe
und Diversität aber wie im Perm noch weiter zurück.
Die Hauptentwicklung geschah bei den Reptilien
mit der Entstehung zahlreicher neuer Gruppen wie den Dinosauriern (ab 230
Ma, bis 10 m lang), den wasserlebenden Ichthyosauriern, Sauropterygiern und
Placodonten (Pflasterzahnechsen, häufig im Muschelkalk) sowie auch schon
den Krokodilen, Schildkröten und den ersten Flugsauriern. Bei den Dinosauriern
kam es schon in der Obertrias zur Trennung zwischen Ornithischiern und Saurischiern.
Die säugetierähnlichen Reptilien (Therapsida) gingen stark zurück.
Von ihnen spalteten sich allerdings schon in der obersten Trias die ersten
Säugetiere ab, die aber noch sehr klein
blieben (Mausgröße) und nur eine Nebenrolle spielten.
Wiederholt publizierte angegliche erste Vögel
schon aus der Trias wurden bisher in keinem der Fälle als solche verifiziert.
Auch aktuelle Funde angeblicher erster Federn (Tagespresse im Jahr 2000) haben
sich eher als verlängerte Schuppen herausgestellt.