Aufschmelzung (Anatexis)

Aufschmelzung (Anatexis) geschieht, wenn der Schmelzpunkt eines soliden Gesteins überstiegen wird. Bei Silikatgesteinen aus nur einem Mineral liegt dieser Schmelzpunkt sehr hoch (bei über 1000 Grad); bei polymineralischen Gesteinen (d.h. solche, die aus mehreren Mineralen aufgebaut sind) erniedrigt sich der Schmelzpunkt um mehrere hundert Grad. Wasser erniedrigt die Schmelztemperaturen von Gesteinen nochmals bedeutend. Dies ist z.B. wichtig in Subduktionszonen.

Oft kommt auch teilweise Aufschmelzung vor.

Aufschmelzung geschieht überall dort, wo der thermische Gradient erhöht wird, z.B. durch Verkürzung und Verdickung der Kruste oder durch Hebung des heißen Mantels in Extensionszonen.

Ein Migmatit aus den Alpen. Die Aufschmelzung war soweit fortgeschritten, dass Quarz und Feldspäte, welche helle Minerale bilden, aufgeschmolzen wurden und sich in einzelnen Bahnen ansammelten, während die dunklen Pyroxene, Glimmer und Augite sich noch mehr wie Festkörper verhielten. Das gesamte, halbaufgeschmolzene Gestein wurde während des Aufschmelzens und auch noch nach seiner Erstarrung deformiert.