Unter plutonischer Tätigkeit (Plutonismus) versteht man die geologischen Prozesse, welche mit dem Eindringen (Intrusion) von Magmen in die Erdkruste zusammenhängen. Die Intrusionen bilden Plutone unterschiedlicher Form, Größe und Komplexität.
Nach ihrer mineralischen Zusammensetzung entsprechen die die plutonischen Gesteine weitgehend den vulkanischen. Allerdings ist die Verbreitung der Gesteine deutlich unterschiedlich: Während im vulkanischen Bereich die Basalte überwiegen, sind es im plutonischen Bereich die Granite und verwandte saure Plutonite, die man als Granitoide zusammenfasst. Der Unterschied kann mit den unterschiedlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften der Magmen erklärt werden: Zum einen ist die Viskosität von sauren Schmelzen wesentlich höher als die von basischen Schmelzen (Viskosität von Schmelzen). Zum anderen wird das Schmelzverhalten vom Wassergehalt kontrolliert. In wasserfreien Systemen (z.B. Basalte) korrelieren Druck und Temperatur positiv, so dass es bei Druckentlastung zu einer Erhöhung des Schmelzvolumens kommt. Im Gegensatz dazu gibt es im wassergesättigten System (z.B. Granitoide) eine negative Korrelation, so dass die Schmelze sich bei Druckentlastung (Aufstieg) verfestigt.
Herkunft der Magmen
Die Magmen basischer Intrusionen werden aus dem ultrabasischen Erdmantel hergeleitet, aus dem sie sich durch Differentiation (z.B. fraktionierte Kristallisation) bilden. Durch Differentiation können in geringem Anteil auch saure Magmen (Granitoide) entstehen. Viel stärker verbreitet sind allerdings solche Granitoide, die aus der Aufschmelzung (Anatexis) von hochmetamorphen Gesteinen der Erdkruste stammen. Die Erzeugung von intrusionsfähigen Magmenkörpern durch Anatexis von Krustengesteinen wird als Palingenese bezeichnet.
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